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Leserbriefe · August / September 2026

Eure Meinung zählt

Drei Reaktionen auf „Permanent vernetzt, selten verbunden“ – über Nähe, Technik und das Recht, gern allein zu sein.

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Zu „Permanent vernetzt, selten verbunden“, meinKiez 03/26

Vielleicht machen wir es uns auch zu einfach

Ich fand den Artikel klug, aber an manchen Stellen auch etwas zu kulturpessimistisch. Menschen waren früher nicht automatisch verbundener. Es gab Familien, in denen über Gefühle überhaupt nicht gesprochen wurde, Nachbarn, die jahrzehntelang kein Wort miteinander wechselten, und Einsamkeit, die nur keinen Namen hatte.

Vielleicht erleben wir heute nicht zwingend weniger Nähe, sondern sprechen endlich offener darüber, wenn sie uns fehlt. Das wäre dann sogar ein Fortschritt. Die entscheidende Frage des Artikels bleibt für mich trotzdem richtig: Was bedeutet Verbundenheit in einer Zeit, in der Kontakt nahezu unbegrenzt verfügbar ist? Darüber würde ich gern mehr lesen.

Katharina L., 43, Berlin

Das Handy ist nicht an allem schuld

Der Artikel hat mich berührt, trotzdem möchte ich an einer Stelle widersprechen. Ich bin 76 und mein Smartphone macht mich nicht einsamer – im Gegenteil. Meine Tochter lebt in Hamburg, mein Enkel in London. Ohne WhatsApp und Videotelefonie würde ich viel weniger von ihrem Leben mitbekommen.

Das Problem ist für mich nicht die Technik. Das Problem beginnt dort, wo wir glauben, eine Nachricht könne einen Besuch ersetzen. Beides kann wunderbar nebeneinander existieren. Man muss nur noch wissen, wann es Zeit ist, das Telefon wegzulegen und tatsächlich an einer Tür zu klingeln.

Ingrid S., Schöneberg

Alleinsein ist nicht das Problem

Ich bin 29, lebe allein und bin sehr gern allein. Gleichzeitig kenne ich genau das Gefühl, das der junge Drehbuchautor beschreibt: Mein Kalender ist voll, mein Handy sowieso, und trotzdem frage ich mich manchmal, wen ich nachts um drei wirklich anrufen könnte.

Wir haben Hunderte Kontakte und sind ständig erreichbar. Aber Erreichbarkeit ist eben noch keine Verbundenheit. Danke für einen Artikel, der Einsamkeit nicht wieder ausschließlich als Problem alter Menschen behandelt.

Jonas M.