Wenn René George über Klaviere spricht, dann leuchten seine Augen auf eine Weise, die ausdrückt: Das ist nicht einfach ein Beruf, das ist Berufung. Und so beginnt die Geschichte eines Mannes, der erst Elektriker war, dann einen kaputten Flügel geschenkt bekam – und darin sein Lebensthema gefunden hat. Geboren wurde René George am Rand von Berlin, in der DDR. Mit elf zog die Familie berufsbedingt nach Rostock, wo er seine Jugend verbrachte. Er selbst habe nie nach Berlin gewollt. Trotzdem landete er 2002 fast zufällig in der Lychener Straße. Was als Zwischenstopp gedacht war, wurde zum Lebensmittelpunkt.
Und aus einem Platz zum Wohnen wurde ein Ort für sein Lebenswerk. Ein kaputter Flügel zeigt den Weg René George war ausgebildeter Elektroinstallateur. Ein solider Beruf, der ihn aber nicht erfüllte. Das änderte sich, als ihm jemand einen völlig ramponierten Flügel schenkte: Mäuse hatten darin gewohnt, Teile fehlten, die Mechanik war eine Katastrophe. Was für die meisten eher ein Albtraum wäre, war für René George ein Weckruf. Er wollte verstehen, was er vor sich hatte.

Kurz darauf suchte er sich eine Ausbildungsstätte und absolvierte eine Klavierbauerlehre samt Berufsschulphasen an der renommierten Oscar-Walcker-Schule in Ludwigsburg. Mit 27 wagte er den beruflichen Neustart. Ein Schritt, der sein Leben veränderte. Seine erste Werkstatt, in der alles begann, befand sich im Hinterhof der Lychener Straße 6: Reparaturen, Überholungen, erste kleine Verkäufe. Später durfte er testweise einen Pop-up- Laden im Erdgeschoss betreiben – drei Monate, die zu sechs wurden und schließlich zu einem richtigen Geschäft führten. 2005 eröffnete er offiziell René George. Klaviere.
Er startete klein, wurde dann größer und hatte schließlich zwei Läden nebeneinander. Heute ist er Yamaha-Händler für Berlin und Brandenburg – ein regionaler Ankerpunkt für Klaviere, Flügel und digitale Instrumente. Ein Klavier für jede Lebenssituation 2016 lernte René George Kerstin Balser kennen. Sie kommt aus Frankfurt am Main, hat ein Diplom in BWL („aus Versehen“, wie sie sagt) und hat ihr halbes Leben lang im Chor gesungen. Auch heute singt sie noch, aus reiner Freude. Als eine Mitarbeiterin im Laden kurzfristig ausfiel, sprang Kerstin Balser ein. Schnell zeigte sich, wie gut sich die beiden ergänzen.

René denkt groß, schnell, visionär. Kerstin denkt strukturiert, klar und analytisch. Er baut Klangwelten. Sie baut Ordnung. Gemeinsam führen sie heute ein funktionierendes, lebendiges Geschäft, das sich ausschließlich auf Yamaha konzentriert. „Yamaha kann vieles einfach besser – besonders in Städten wie Berlin“, erklärt Kerstin Balser. Yamaha baut seit über 120 Jahren Klaviere auf einem Niveau, das weltweit Maßstäbe setzt. Die Mechanik reagiert fein auf jede Spielweise, die Instrumente klingen facettenreich und modern, und im High-End-Bereich gehört Yamaha längst zur Weltspitze.
Eine zentrale Botschaft von René George und Kerstin Balser lautet: Klavierspielen ist heute in jeder Lebenssituation möglich. Digitale Pianos sind so nah dran am echten Spielgefühl wie nie zuvor – mit Lernhilfen, Lichtpunkten, Apps, Orchesterbegleitung, Aufnahmefunktionen und kreativen Extras, die besonders junge Menschen begeistern. Sogenannte SILENT-Klaviere sind echte akustische Klaviere, die bei Bedarf stummgeschaltet werden können. Auch hier ist Yamaha mit der SILENT-Technologie Vorreiter. Diese Klaviere verbinden echtes Spielgefühl mit der Freiheit, über Kopfhörer spielen zu können.

Damit eignen sie sich perfekt für Altbauwände, kleine Wohnungen und sensible Nachbarn. Akustische Klaviere sind für Menschen, die Tradition und Klangfülle lieben. Flügel wiederum – egal, ob 1,50 Meter kurz oder majestätisch groß – sind Ausdruck eines Lebensgefühls. Der Einstieg muss nicht teuer sein: Schon ab rund 1.000 Euro kann man heute ein ernstzunehmendes Instrument erwerben. Musik als Raum zum Durchatmen und Sein Zwischen Alltagstrubel, Wäschebergen und Terminen kann das Klavierspiel zu einem kleinen persönlichen Raum der Wahrnehmung und Entfaltung werden. Ohne Druck, ohne Anspruch, ohne Perfektionismus.

Im Laden beginnt der entscheidende Moment oft dann, wenn René George oder Kerstin Balser sagen: „Probieren Sie einfach in Ruhe aus – wir lassen Sie kurz allein.“ Manchmal geschieht dann dieser magische Moment: Die Schultern sinken. Die Haltung wird aufrechter. Die Finger werden mutiger. Und irgendwann entsteht dieses kleine, unverwechselbare Lächeln. Nicht jedes Mal – aber oft genug, um zu wissen: Hier hat jemand sein Instrument gefunden. Privat Landleben, beruflich Stadtleben Heute wohnen René George und Kerstin Balser nicht mehr in Prenzlauer Berg.
Nach langer Suche fanden sie ein ruhiges Haus im Grünen außerhalb der Stadt, das ihnen einen Ausgleich zu den intensiven Tagen im Laden schenkt. Doch die Lychener Straße bleibt ihr Mittelpunkt. Ihre Kundschaft kommt aus ganz Berlin und Brandenburg, aber die Atmosphäre des Kiezes – die Gespräche, die Vertrautheit, das Miteinander – prägt das Geschäft. René George. Klaviere ist ein Ort, an dem Berührung beginnt – im wörtlichen und übertragenen Sinn. Ein Ort, an dem Menschen entdecken, dass Musik kein Luxus ist, sondern etwas, das den Alltag leichter macht.

Ein Ort, an dem ein kaputter Flügel eine ganze Geschichte in Gang setzte. Und an dem heute zwei sehr unterschiedliche Menschen gemeinsam etwas schaffen, das weit über den Verkauf von Instrumenten hinausgeht.
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